Die Wahl eines guten Ausschnitts

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Einer der grundlegenden Tipps für bessere Fotos ist die Wahl eines konzentrierten Ausschnitts. Näher herangehen heißt die Devise. Das geht allerdings auch mit Telezoom von weiter weg. Man redet dann von „Heranzoomen“. Im der unten gezeigten Situation kam es mir gerade darauf an, Buddha-Figur und Auto dicht zusammen zu bringen. Das geht nur mit langer Brennweite.

Übersichtsaufnahme:

Eine umfangreichere Ansicht wirkt dokumentarischer. Die profane Wand hinten und die Autos vorne ergeben aber aus vielerlei Gründen keine gute Ästhetik.

Heran gezoomt:

Zuerst einmal passte das Licht optimal. Der eigentliche Anlass für die Aufnahme.  Die banale gewöhnliche Hauswand ist durch den Ausschnitt fast verschwunden. Ebenso das überflüssige zweite Auto. Der BMW ist zudem ein schönes Auto in der einzigen hier passenden Farbe. Die einheitliche Farbgebung  reduziert die ursprüngliche Komplexität der Szene genauso wie das Weglassen unnötiger Elemente. Ganz im Sinne der Ästhetikformel von Birkhoff. Ich hätte jetzt den Kopf der Figur noch in den Goldenen Schnitt setzen können. So sitzt er mittig. Dafür wäre ich allerdings gezwungen gewesen, den BMW links abzuschneiden, weil rechts aufgrund des zweiten Autos kein Spielraum verblieb. Das hätte wiederum das Gleichgewicht der Elemente Buddha und Auto gestört.

Überlegungen zur Aussage

Verloren geht ein Teil der Buddha-Figur. Ein verminderter Informationsgehalt. Diese Gefahr besteht immer, wenn man enge Ausschnitte wählt. Man sollte also prüfen, ob nicht zu viel oder sogar die entscheidende Information verloren geht. Für eine dokumentarische Aufnahme der Buddha-Figur waren die Autos störend. Höchstens früh morgens bei ungünstigem Licht möglich. Aber Autos sind andererseits auch typischer Bestandteil urbaner Szenen. Die Gläubigen kommen eben mit dem Auto zu Tempel oder Kirche. Also geht es darum, Autos richtig in die Szene zu integrieren. Passende Autos. Hier war das ein Glücksfall. Ganz besonders die Position des Buddha, der sich den BMW scheinbar als Ruhekissen ausgesucht hat. So bilden sich eine Vielzahl von Assoziationen, welche das Foto ungewöhnlich erscheinen lassen.

Überlegungen zur Technik

Will man in Wirklichkeit von einander entfernte Objekte miteinander verbinden, ist eine lange Brennweite günstig. Bedingt durch die große Aufnahmeentfernung erscheinen die Objekte trotz unterschiedlicher Entfernung etwa gleich groß. Außerdem braucht man eine Aufnahmerichtung, welche die Standfläche der Objekte verkürzt. Das geschieht automatisch, weil der Sehwinkel auf die Standfläche immer kleiner wird,  je weiter man weggeht.

Ausschnitt heißt natürlich nicht, dass man das fertige Foto mit dem Editor ausschneidet. Früher vornehm Ausschnittsvergrößerung genannt und schon immer Pfusch.  Man wählt stattdessen den Ausschnitt schon bei der Aufnahme richtig. Daher handelt es sich oben auch um zwei verschiedene Fotos.

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