Kombinatorische Kreativitätstechnik und Komposition

Motiv – Fototechnik – ÄsthetikAussage

 

Komposition kommt vom lateinischen compositio = Zusammenstellung, Zusammensetzung. Wenn man bei einem Foto von Komposition redet, könnte man darunter also durchaus die Zusammenstellung von Objekten verstehen. Ich nenne es eigentlich lieber Kombination von Objekten. Kombinatorik wird auch als wissenschaftliche Kreativitätstechnik angewendet. Diese Sichtweise ist neutraler und bringt nicht gleich eine Vermischung mit der Bildgestaltung. Im folgenden Beispiel sieht man zunächst eine reine, noch nicht fotografisch komponierte Objektkombination:

Da fragte ich mich natürlich nach den Assoziationen und Bedeutungen einer solchen Kombination. Heilige pflegen den  Menschen ja etwas zu geben oder zu bringen. Und weil Weihnachtszeit und der irische Heilige unserem St. Nikolaus nicht ganz unähnlich, schien mir die Bedeutungsebene nicht völlig uninteressant. Der heilige Nikolaus, der den Menschen (Sperr-)Müll bringt. Sozusagen eine Art Lästerung. Aber natürlich nicht ernst gemeint. Die Analyse der Objekte einer Motiv-Szene und die sich daraus ergebenden Bedeutungen und Assoziationen sind sozusagen der erste Schritt zu einem guten Foto. Im zweiten Schritt folgt dann die ästhetische Umsetzung mit Mitteln der Bildgestaltung. Dabei sollen die Assoziationen möglichst verstärkt und hervorgehoben werden:

Als Denkmodell für eine gelungene Komposition bietet sich fast immer die Formel von Birkhoff an. Das ästhetische Maß M nähert sich dem optimalen Maß 1, wenn Ordnung und Komplexität der Foto-Szene etwa gleich groß sind. Die Komplexität der Ausgangs-Szene oben war zu hoch. Zu viele Objekte und Details, die nicht viel zur Bildaussage beitragen. Also weg damit. Die gleichzeitige Erhöhung der Ordnung war einfach. Eine typische und gerade bei religiösen Themen gerne benutzte Dreieckskomposition. Die geometrische Grundstruktur der Bildfläche entspricht gefühlt einem beinahe gleichseitigen Dreieck. Etwas nach links verschoben, damit  ein Ausgleich zu dem Bischofs-Stab entsteht.

Die Originalfarbe war mir zu warm und zu kitschig. Also habe ich sie mit einer Variation des Bleach-Bypass-Filters in Lightroom bearbeitet. Die Rottöne wurden in Richtung Purpur verschoben. Weil besser zum religiösen Thema passend.

Bei manchen Motiven lohnt es sich, diese immer mal wieder aufzusuchen. Hier aus der Entstehungsphase:

 

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